Ich habe letztens in einem anderen Forum versprochen eine kleien Rezesion über den Einbau neuer Dichtungen in ein Lenkgetriebe an der Flosse zu schreiben. Ich hoffe das habe ich hiermit getan. Bei der Zerlegung der Servolenkung ist es wichtig, daß die Reihenfolge der Zerlegung genau eingehalten werden muß. Wenn man einen Arbeitsschritt zu früh durchführt verkeilt sich die ganze Lenkung, die Kugeln fallen raus und nur mit glück bekommt man dann alle Teile wieder auseinander. Leider habe ich bei meiner Zerlegung der Lenkung keine Photos gemacht sodaß ich jetzt auf die Bilder des Werkstatthandbuches zurückgreifen werde. Meiner Meinung nach hat es keinen Sinn nur eine Erneuerung der unteren Dichtungen durchzuführen. Der versuch ist bei mir sofort gescheitert da sehr hohe drücke (bis zu 60bar) auf der Anlage lasten. Da macht man’s lieber direkt gescheit.

Bevor die Demontage der Lenkung beginnt bringt man das Lenkgetriebe mit Hilfe der Lenkungskupplung (das Teil welches im eingebauten Zustand die Verbindung zur Lenkstange herstellt)in Mittelstellung. Dann demontiert man bei ausgebauter Servolenkung den Lenkstockhebel an der Unterseite falls das nicht schon geschehen ist. Jetzt kann man den unteren Gehäusedeckel (32) demontieren (sechs Sechskantschrauben) Aus ihm fällt dann eine Feder(43) und der untere Verschlussdeckel(44) des Steuerschiebers(39). Jetzt werden die oberen Befestigungsschrauben (21/22) der Lenkwelle(29) und die obere Rundmutter (23 mit einem Zapfenschlüssel) ausgebaut. Die Lenkwelle (29) kann jetzt nach unten (nötigenfalls mit leichten Schlägen eines Gummihammers) herausgezogen werden. Danach wird der obere Gehäusedeckel(34) der den Steuerschieber(39) abdeckt durch Ausbau der in Ihn geschraubten Schrauben entfernt.

Ab jetzt wird kompliziert:
Die Schrauben am Lagerdeckel (13) werden jetzt gelöst. Es geht jetzt darum das Lineal der Lenkmutter (5a) aus der Führungsnut im Steuerschieber (39) zu ziehen.

Dazu muß der komplette Arbeitskolben (10) ein kleines stück zurückgezogen werden. Die Lenkung wird dazu ein stück nach rechts eingeschlagen. (nicht zuviel nach rechts einschlagen da sonst die Kugeln aus der Lenkschnecke fallen). Jetzt drückt sich der Lagerdeckel vom Lenkgetriebe ab. Der ganze Arbeitskolben (10) soweit aus dem Gehäuse gezogen bis das Lineal (5a) nicht mehr in die Führungsnut im Steuerschieber (39) eingreift.
Achtung Vorsicht geboten !!!!!!!!
Mann sollte Versuchen bei der ganzen Reparatur die Lenkschnecke auf dem Arbeitskolben zu belassen.

Ja genau so als Einheit!!!
Das erspart einem die Arbeit die Kugeln die sich im Arbeitskolben (10) rund um die Lenkschnecke(16) bewegen mühsam wieder in die selbige zu bekommen. Dieses ist mir leider nicht gelungen und somit hatte ich eine schöne Fummelaufgabe. (Wie das geht Erklärung ganz am Schluss)
Jetzt kann der Steuerschieber(39) aus der Büchse des selbigen(40) herausgenommen werden. Die Büchse wird dann mit einem Dorn aus dem Gehäuse vorsichtig herausgeschlagen.

Jetzt den gesamten Arbeitskolben (10) aus dem Gehäuse herausziehen. Falls einem die Kugeln entgegenfallen bitte darauf achten das einem keine verloren geht. Die genaue Anzahl der Kugeln ist wichtig.
Wir gehen jetzt mal davon aus das am Lenkgetriebe keine mechanischen Störungen vorhanden sind und es sich nur um die Erneuerung der Dichtungen dreht.
Ab jetzt beginnt der Zusammenbau des Getriebes und eigentlich gibt’s ja den schönen Spruch:
Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge! Fertig
Wer bis hierhin gekommen ist hat wahrscheinlich schon gewonnen. Wenn man einmal den Aufbau verstanden hat. ist der Zusammenbau eigentlich einfach. Die kompletten Dichtungen können jetzt eingebaut werden. Darauf muß wohl nicht mehr extra eingegangen werden wie dieses geschieht Vorsicht ist nur bei dem großen Teflonring auf dem Arbeitskolben geboten. Er geht nur auf den Kolben wenn er vor dem Aufziehen auf ca 80-90° erhitz wird. Wenn er sich dann genügend ausgedehnt hat, kann man Ihn mit etwas Gefühl in die Nut am Kolben einsetzten. Eigentlich muß der Ring dann laut Handbuch mindestens zwei Stunden mit einem Spannband gespannt werden bevor der ganze Arbeitskolben (10) wieder ins Gehäuse eingesetzt werden kann. Ich habe aber nur die flanke im Gehäuse gut mit Fett eingeschmiert und den Kolben mit viel Gefühl wieder ins Gehäuse geschoben. Der Arbeitskolben wird selbstverständlich nur mit der Lenkschnecke (16) und den dazugehörigen Kugeln, Lagerdeckel (13) zusammen als Einheit in das Gehäuse eingeführt( siehe Bild 46-27/10). Dabei ist darauf zu achten das daß Lineal (5a) auf der richtigen Seite eingesetzt wird so das es in Richtung des Steuerschiebers (39) steht, da es ja hinterher wieder in diesen eingreifen soll und das Loch für die Kugelpfanne nach unten zeigt. Büchse des Steuerschiebers (40) Und Steuerschieber (39) in das Gehäuse einführen und darauf achten das das Lineal (5a) aus dem Arbeitskolben in die dafür vorgesehene Nut einrastet. Vorsicht das ganze geschieht komplett ohne Gewalt!!! Lagerdeckel (13) verschrauben. Verschlussdeckel (44) des Steuerschiebers (39) aufsetzen. Dabei die Dichtung nicht vergessen & die beiden Nuten die im Steuerschieber sind müssen in die Aussparungen im Deckel eingreifen. Lenkung muß jetzt in Mittelstellung gebracht (dazu kann man auch Mittelstellungs-Kontrollschraube eindrehen) werden, damit die Kugelpfanne der Lenkwelle (29) genau in die Aussparung im Arbeitskolben eingreifen kann. Nun wird von oben aus die Lenkwelle die Rundmutter(23) die mit einem Zapfenschlüssel gedreht wird eingeschraubt.

Die Rundmutter (23) wird jetzt auf Block (feste) festgeschraubt und dann 1-4 bis 1-8 Umdrehung wieder gelößt. Dabei muß oben die Schraube (28) mit einem Schlüssel gegengehalten werden. Die Lenkwelle (29) muß jetzt fest im Arbeitskolben (10 in der Kugelpfannenaushöhlung (siehe31)) eingerastet sein!!!!!! Ganz wichtig sonst lenkt irgendwann nichts mehr!!!! Jetzt den Dichtring auf die Rundmutter (23) auflegen Schraube 21-22 aufdrehen und Kontern. Jetzt alle übrigen Schalen und Dichtungen anbringen. Lenkgetriebe testen durch hin und herbewegen an der Lenkungskupplung. Wenn alles glatt gelaufen ist wars das.
Lenkschnecke (16) und Arbeitskolben (10) zusammensetzen:

Dieses ist der schwierigste Teil bei der Zerlegung des Lenkgetriebes. Dazu demontiert man das Kugelführungsrohr (7). Die Lenkschnecke Fettet man sich leicht ein damit einem die Kugeln nicht ständig entgegenfallen und führt die Lenkschnecke (16) mit ein paar Kugeln in)den Arbeitskolben (10) ein. Dabei darauf achten das daß Lineal (5a) auf der richtigen Seite aus dem Arbeitskolben steht(siehe Bild 3) Jetzt drückt man die restlichen Kugeln vorsichtig mit einem Schraubenzieher von oben in die Löcher, wo sonst das Kugelführungsrohr (7) sitzt ein. (Achtung es müssen 30-31 Kugeln sein) Dabei die Lenkschnecke (16) leicht hin und her bewegen bis keine weiteren Kugel mehr passen und die Kugeln am anderen Loch wieder erscheinen. Es dürfen keine Kugel außerhalb des Umlaufes sein!!! Dann das komplette Kugelführungsrohr (7) mit Kugeln füllen (wieder Leicht Fetten)und in die Löcher stecken. Rohr mit Schraube und Sicherung befestigen. Es dürfen keine Kugeln übrig bleiben. Wenn man es richtig gemacht hat und man dreht leicht an der Lenkschnecke (16) sieht man wie sich die Kugeln im Umlauf bewegen. Dabei natürlich die Schnecke (16) nicht wieder aus dem Kolben (10) drehen.
So ich hoffe man konnte was mit meiner Beschreibung anfangen. Gar nicht mal so leicht so was auf´s Papier zu bringen. Da kann man die Reparatur besser 10x selber machen. Mann sollte sich die ganze Aktion natürlich zutrauen. Nicht das hinterher nichts mehr geht und ich bin`s dann Schuld. Ich gebe keine Garantie für meine Anleitung hoffe dennoch das sie irgendeinem irgendwie helfen kann.
gr christoph
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