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Titel: "Benötige Hilfe bei der Motoridentifikation"     Vorheriger Beitrag | Nächster Beitrag
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Foren-Gruppen Technische Fragen Beitrag Nr. 9317
Beitrag Nr. 9317
Author wokman eMail senden wokman Private Nachricht senden an wokman User ProfilFreundesliste ICQ
Author Info Mit dabei seit 6-10-07
1 Beiträge, User bewerten
Nr./Titel "Benötige Hilfe bei der Motoridentifikation"
Zeit 06-10-07, 14:01 Uhr (MESZ)
Beitrag Hallo!
Ich besitze einen Unimog 404.114 und möchte diesen wieder herrichten.

Es ist nicht der Originalmotor eingebaut.

Habe mich heute mal mit WD40 bewaffnet auf die Suche gemacht und bin auf folgende Nummern gestoßen:

Im Gehäuse eingeschlagen steht:
180 954 100 751 92

darunter auf einem Blechschild:
Tauschaggregat
Teil-Nr. 180010179880
Aggregat-Nr. 486816

auf dem Ventildeckel steht unter den Zündkerzen:
180 016 33 01

Weiter sind 2 Zenith Vergaser vorhanden.

Um welchen Motor handelt es sich? Wieviel Hubraum? Wieviel PS?

Viele Grüße

Soenke

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Author mhkircher eMail senden mhkircher Private Nachricht senden an mhkircher User ProfilFreundesliste
Author Info Mit dabei seit 27-8-07
9 Beiträge, User bewerten
Nr./Titel 2. "RE: Benötige Hilfe bei der Motoridentifikation"
Zeit 07-10-07, 09:44 Uhr (MESZ)
Beitrag Antwort auf Antwort Nr. 0
 
Ja, der Rumpfmotor is uralt - dieser ohc-Motor ist ein direkter Abkoemmling des ersten Nachkriegssechszylinders von Daimler-Benz, vorgestellt 1951 im Typ 220 (W187). Er war wohl das fortschrittlichste deutsche Grossserienagregat jener Jahre ueberhaupt.

Das Glanzstueck des 220(W187)war 1951 der brandneue ohc-Sechszylinder (M180), von dem zwei Jahrzehnte spaeter auch die Strich-Acht-Reihe profitieren sollte. Als Mercedes-Benz-Novum ist dieser 'Sechser' als ausgesprochener Kurzhuber ausgelegt. Die durch eine Duplexkette angetriebene obenliegenede Nockenwelle(ohc)war bis dahin hochkaraetigen Renn-Motoren vorbehalten. 80PS aus 2,2 Litern Hubraum sind 1951 angesichts des bescheidenen Verdichtungsverhaeltnisses von 6,5:1, das wiederum dem wenig klopffesten Nachkriegs-Benzin angepasst ist, gewiss keine Kleinigkeit.

Dieser Motor findet auch Verwendung im PONTON 220 (W187)der im Fruehsommer 1954 durch den 220a (W180) aus dem 'PONTON-Baukasten' ersetzt wird.

Im August 1959 geht die Baureihe (W111) an den Start - 'Flossengeneration' - zuerst die 3 Grossen (Sechszylinder) 220b, 220 Sb und 220 SEb (W111)- gefolgt vom luftgefederten Spitzentyp 300SE (W112).
Im September 1965 wird die Baureihe W110 (Vierzylinder) um eine dritte Version ergaenzt - den 230, bei dem der auf 105 PS gedrosselte Sechszylinder (M180) des W111 230 S zum Einsatz kommt.

Im Februar 1968 startet die 'Strich-Acht-Baureihe' - die Sechzylinder Benziner (W114) - 230 bzw. 230.6 mit dem 2,3-Liter-Sechszylinder der Baureihe M180, entspricht weitgehend der Antriebquelle des Vorgaengers W111 (Flossengeneration) die im August 1959 zuerst mit den 3 Grossen 220b, 220Sb und 220 SEb an den Start ging.

Die aufwendige Gemischversorgung mit 2 Zenith-Fallstrom-Registervergasern der Type 35/40 INAT wurde beibehalten. Dagegen weisst die Nockenwelle zur Veraenderung der Steuerzeiten eine neue Profilierung auf, um den Drehmomentenverlauf im unteren Drehzahlbereich zu verbessern. Analog zu den 230-Vierzylindern erhaelt jeder Kolben zur Verschleissminderung drei molybdaen veredelte Kolbenringe. Die Motorleistung wird unveraendert mit 120PS bei 5,400/min angegeben.

Jedoch bereits 1968 war der M180 in die Jahre gekommen - entsprach mit seiner 4-fach gelagerten Kurbelwelle, seinem nicht gerade 'weichen lauf' und seinem relativ zoegerlichem Antritt nicht mehr dem Stand der Technik.
Der Chronik des 230 ist noch anzufuegen, dass die Modellbezeichnung im August 1973 in 230.6 umbennant wurde, um den Sechszylinder vom neuen Vierzylinder gleichen Hubraums zu unterscheiden.

Gruss,
Martin

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Author wokman
Author Info Von nicht registriertem Gast geschrieben
Nr./Titel 3. "RE: Benötige Hilfe bei der Motoridentifikation"
Zeit 07-10-07, 11:08 Uhr (MESZ)
Beitrag Antwort auf Antwort Nr. 2
 
Hallo!
Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung.
Ich finde es aufregend, was man anhand von einer kleinen Nummer im Metall alles herausfinden kann. Freue mich nun riesig darauf auf Ersatzteiljagd zu gehen um meinen Unimog wieder flottzumachen.
Die 120PS sollten da sehr hilfreich sein.

Also nochmal:
VIELEN DANK!

Grüße
Soenke

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Author ThorstenWeiss User Bewertung eMail senden ThorstenWeiss Private Nachricht senden an ThorstenWeiss User ProfilFreundesliste
Author Info Charter Member
1248 Beiträge, 16 feedbacks, 31 Punkte
Nr./Titel 1. "RE: Benötige Hilfe bei der Motoridentifikation"
Zeit 06-10-07, 14:31 Uhr (MESZ)
Beitrag
 
Antwort auf Antwort Nr. 0
 
Servus Soenke,

der M180.954 ist ein Reihen-Sechszylinder mit 2,3 Liter Hubraum und 120PS. Dieser wurde zuletzt im /8 (W114) verbaut und kam bis 1973 zum Einsatz. Der Rumpfmotor ist uralt und wurde bereits (meines Wissens nach) im Ponton eingesetzt.

Mit den anderen Nummern kann ich nix anfangen, sorry...

*Gruß
Thorsten
www.mb-w115.de
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